Glasflügel 303 "Mosquito"

Die Glasflügel 303 „Mosquito“ ist ein Segelflugzeug der Rennklasse. Ihre Besonderheit gegenüber unseren anderen Einsitzern sind die Wölbklappen. Dabei handelt es sich um eine Vorrichtung an der Flügelhinterkante (ähnlich den Querrudern) mit der sich die Profilform des Flügels während des Flugs verändern lässt. Und was bringt das? – Bei „dicken, krummen“ Profilen, wie z.B. dem unserer Ka 8, wird schon bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten der nötige Auftrieb erzeugt damit das Flugzeug fliegt, das hat jedoch den Nachteil dass auch der Luftwiderstand sehr groß ist, welcher bei höheren Geschwindigkeiten stärker ansteigt als der Auftrieb wodurch die Gleitleistung sinkt.

Ein „flacheres“ Profil hat die beste Leistung d.h. Verhältnis Auftrieb/Widerstand bei wesentlich höheren Geschwindigkeiten. Dies ist jedoch verbunden mit dem Nachteil dass die Abrissgeschwindigkeit, d.h. die Geschwindigkeit in der das Flugzeug nicht mehr fliegt wesentlich höher liegt was insbesondere beim Start und der Landung problematisch sein kann. Mit Wölbklappen lassen sich nun genau diese beiden Eigenschaften in einem Flügel kombinieren indem das Profil je nach Geschwindigkeit mehr oder weniger "gekrümmt", sprich gewölbt wird.

Die Kunst besteht nun darin genau die richtige Klappenstellung für die aktuelle Geschwindigkeit zu wählen um möglichst effizient zu fliegen. Das Ganze lässt sich am besten mit der Gangschaltung im Auto vergleichen. Will man möglichst wenig Sprit verbrauchen, muss man für jeden Geschwindigkeitsbereich den richtigen Gang wählen. Bei einem Wölbklappenflugzeug muss man für die aktuelle Geschwindigkeit die richtige Wölbklappenstellung wählen, um einen möglichst geringen Höhenverbrauch zu haben. Ein weiteres Segelflugzeug mit Wölbklappen ist unsere DG 500 M.

Eine weitere Besonderheit der Mosquito sind ihre den Wölbklappen überlagerten Hinterkantendrehbremsklappen. Diese fahren nicht wie Schempp-Hirth Klappen auf der Flügeloberseite aus, sondern, wie der Name schon sagt, an der Flügelhinterkante. Zusätzlich besitzen sie zwei Stufen: Die erste Stufe lässt nur einen Spoiler auf der Oberseite der Flügelhinterkante ausklappen. Wird nun der Klappenhebel weiter durchgezogen, so folgt die zweite Stufe. Hier wird die Wölbklappe von der Bremsklappe "mitgenommen".

Unabhängig davon, welche Wölbklappenstellung gewählt ist steht so die Wölbklappe in Landestellung immer auf voll positiv. Dadurch wird zum einen ein sehr hoher Widerstand erreicht, so dass extrem steile Anflüge möglich sind, zum anderen wird der Auftrieb erhöht, so dass die Aufsetzgeschwindigkeit sehr gering ist. Nachteil dieser Technik ist, dass die Stufe zwei nicht oder nur sehr langsam eingefahren werden darf (z.B. bei "zu kurz Kommen" im Anflug), bei zu schnellem Einfahren kann der Auftrieb zusammenbrechen und das Flugzeug kann durchsacken. Hier ist also Vorsicht geboten...

Technische Daten

Flügelspannweite 15,00 m
Flügelfläche 9,86 m2
Streckung 22,8
Profil FX 67-K-150
Länge 6,40 m
Fahrwerk einziehbar, ungefedert
Höchstzulässige Geschwindigkeit (Vne) 250 km/h
Rüstgewicht ca 242 kg
Max. Fluggewicht 450 kg
Bestes Gleiten 1:41 bei 100 km/h
Geringstes Sinken ca. 0,61 m/s bei 83 km/h
Konstrukteur Eugen Hänle
Erstflug 9. August 1968